Blue

Shortblue


Rundfunksendungen: Deutschlandfunk, JazzFacts v. Karsten Mützelfeldt,13. Oktober 2016, 21:05 Uhr; Sendung in WDR3: 11.November 2016

 

"Plädoyer für spontane, authentische Musik" nrwjazz.net "Ein unkonventioneller atmosphärischer Film in Schwarzweiss von Christoph Felder, der uns mitnimmt auf eine beindruckende Reise von Köln nach New York. Drei Stunden Musikgenuss - mit magischen Momenten, Musikern in offenen Gesprächen, während der Proben." Eventium 2017

WDR 3 Jazz & World (10.11.2016), Filmkritik von Jörg Heyd (Auszug) "Auf schnelle musikclipartige Schnitte wird verzichtet, trotzdem ist alles immer im Flow. Unterbrochen bzw. angereichert werden die Aufnahmen von Martin Sasse im Studio, auf der Bühne, Backstage oder zuhause durch Impressionen von Straßen, Plätzen und Parks in New York oder mit Filmsequenzen aus der Natur. ...

Oberstes filmisches Gebot: Sasse und die beteiligten Musiker sprechen über sich und ihre Musik - und die Musik spricht vor allem für sich.... Der Film Blue ist kein klassisches Pianistenportrait und hat neben einer unterhaltenden und informativen auch eine archivierende Funktion. Denn gerade der Jazz und im speziellen die Improvisation sind sich stets wandelnde, teilweise auch flüchtige Formen künstlerischen Ausdrucks. Umso bedeutender sind Filmdokumente dieser Art, da

sie den musikalischen Status Quo festhalten.... Viele der Interviews sind in Deutschland entstanden und unterstreichen Sasses internationalen Marktwert. Und dass diese historisch bedeutsamen Künstler wie Dusko Goykovich oder Gerd Dudek zu Wort kommen, verleiht dem Film eine historische Dimension."

 

 


BLUE ist ein Musikfilm mit internationalen Jazzgrössen und dem Kölner Pianisten Martin Sasse. Ein unkonventioneller, atmosphärischer Film in Schwarzweiss von Filmemacher Christoph Felder, der die Zuschauer mitnimmt auf eine beeindruckende Reise von Köln nach New York. Darin demonstriert Martin Sasse seine Meisterschaft als einer der besten Straight Ahead Pianisten Europas" (JazzPodium)

alle Fotos, copyright CFF


 Wochenzeitung DIABOLO:

Magische Momente

cine k-Highlightes im Februar 02.02.2017 Was den wahren Jazzmusikfan charakterisiert? Dass er sich dieser Leidenschaft mit Haut und Haaren verschreiben wollte! Für einen solchen Satz dürfte man auch von Christoph Felder Zustimmung signalisiert bekommen. Und das bestimmt nicht nur deshalb, weil der

Musikliebhaber, bevor er zum geschätzten Doku- und Kulturfilmer für BLUE etliche öffentlich-rechtliche Sendeanstalten im Lande wurde, jahrzehntelang selbst entweder Jazzmusik gespielt oder Jazzmusikfestivals veranstaltet hat. Mit „Blue" ist Felder jetzt ein Portraitfilm der ganz besonderen Art gelungen, der die Kunst des international gefragten Kölner Jazzpianisten Martin Sasse unter die Lupe nimmt.

 

Gemeinsam ersannen Felder und Sasse jenes filmische Konzept, bei dem man dem anno 1968 im westfalischen Hamm geborenen und zwischen 1990 und '98 in Essen und Köln Musik studierenden Tastenprofi gut zwei Jahre lang von Köln über Bonn, Oberhausen, Oldenburg, Dubai und Tokio bis nach New York folgt. Mal werden Sessions in angesagten Clubs dokumentiert, dann wieder ist der Film im Aufnahmestudio mit dabei. Neben Konzertmitschnitten - teils mehr als zehn Minuten lang, weshalb man einzelnen Tracks ungestört lauschen darf -, preisen Jazzer aus aller Welt Sasses Talent. Saxophonist Gerd Dudek unterstreicht zum Beispiel, dass ihm Sessions mit dem Tastenvirtuosen immer wieder „magic moments" bescheren würden, weshalb er „unglaublich gerne" mit Sasse zusammenarbeite.

 

Mit klugen Kommentaren kann sich auch Dennis Mackrel zum Jazz im Allgemeinen und dessen aktueller Situation im Besonderen von New York aus einbringen. Für diesen beiderseits des großen Teichs angesehenen Schlagzeuger, Komponisten, Arrangeur und Bandleader definiert sich Jazz als eine Musik aus Melodie, Harmonie und Rhythmus, wobei zum Leidwesen Mackrels viel zu viele Musiker heutzutage zur Unterschätzung des Elements Rhythmus neigen. Immer wieder befragt Felder Sasses Kollegen zur Kunst des miteinander Improvisierens, sucht und findet der Film Bildsequenzen, die der eingespielten Musik definitiv seelenverwandt sind - darunter Aufnahmen vom ewigen Wellenspiel an einsamen Stränden, von kargen Landschaften bei Tag oder Nacht, Tokio im Regen, Menschengewusel in New York. Einem roten Faden gleich ziehen sich solche Impressionen durch den gesamten Film hindurch. Nachvollziehbar, dass „Blue"-Macher Felder im Jazzpodium- Interview anlässlich des Filmstarts die Hoffnung hegt, dass mit seinem Musikerportrait auch Menschen angesprochen werden können, die keine Beziehung zum Jazz haben und auf die dennoch ein Funke dieser Musik überspringen kann".

 

Derweil trägt man der Tatsache, dass die Oldenburger Episode von Blue" im Wilhelm13 produziert worden ist, von Seiten der cine-k'ler sogar Rechnung, indem zur Filmvorführung am 19. Februar ab 17 Uhr in den hiesigen Jazzclub gebeten wird. Anlässlich der alljährlich aufs Neue zu begutachtenden World Press Photo-Show, der das in der Kulturetage ansässige Kinoteam ebenfalls etliche Filme im Februar und März beisteuern mag, gibt es an gewohntem Ort am 20. Februar ein Wiedersehen mit Anton Corbijns Spielfilm „Life" (über die Schauspieler-Legende James Dean - und den von Robert Pattinson gespielten Fotografen Dennis Stock). Und am 27. Februar lässt sich mit Das Salz der Erde" Wim Wenders überragende Schwarzweiß-Doku zu Leben und Werk des brasilianischen Fotografen

Sebastiao Salgado bestaunen, bevor die Reihe im Marz mit einem Portrait der US-Fotografin Annie Leibovitz fortgesetzt wird.

text | Horst E. Wegener