Russian Homes

"Ein kluger und rührender Film."(verifizierter Kauf), "Tolle Familie" WDR, "Ungewöhnliche Perspektivwechsel" 3sat

Alexandra Felder - Russian, pianist and wife of the filmmaker - grows up in Soviet Tajikistan, goes to Moscow as a teenager, studies piano and graduates. Afterwards the situation becomes more and more difficult, Alexandra leaves the USSR and lives in Germany. Almost 20 years later Felder documents a trip to Ryazan to her grandparents and then to the Crimea. RUSSIAN HOMES is a personal, authentic and political documentary film that describes how to live with the contradictions of the public image of Russia. The film is musically carried by Alexandra's piano playing, a Crimean orchestra and Igor Butman, one of the best saxophonists in the world. 

 "Wo die Musik spielt, ist mein zuhause“, sagt Alexandra Felder - Russin, Pianistin und Frau des Filmemachers, wächst im sowjetischen Tadschikistan auf, geht als Jugendliche nach Moskau, studiert Klavier und macht ihr Diplom. Danach wird die Situation immer schwieriger, Alexandra verlässt die UDSSR und lebt fortan in Deutschland. Knapp 20 Jahre später dokumentiert Felder eine Reise nach Rjasan zu den Großeltern und anschließend auf die Krim. RUSSIAN HOMES ist ein persönlicher, authentischer und politischer Dokumentarfilm, der beschreibt, wie es sich mit den Widersprüchen des öffentlichen Russlandbildes leben lässt. Musikalisch getragen wird der Film von Alexandras Klavierspiel, einem Krim-Orchester und Igor Butman, einem der besten Saxofonisten der Welt.


„Wo die Musik spielt, ist mein zuhause" sagt Alexandra Felder, Russin, Pianistin und Frau des Filmemachers. „Russian Homes" ist ein persönlicher, authentischer und politischer Dokumentarfilm, der sich mit dem heutigen Russland-Bild auseinandersetzt. Aus dem Blickwinkel einer Familie, die mit bestehenden Sichtweisen und Widersprüchen leben muss.

 

Die Reise führt sie und den gemeinsamen 13jährigen Sohn nach Rjasan zu den Großeltem und anschliessend auf die Krim. Dann stellt sich noch die Frage: Wird es Alexandra gelingen, mit ihrer Schwester Lena, die ebenfalls Pianistin ist, ein gemeinsames Konzert in Deutschland auf die Beine zu stellen? Der Film wird musikalisch getragen von Alexandra's Klavierspiel, einem gut aufgelegten Krim-Orchester und Igor Butman, einem der besten Saxofonisten der Welt. Sie wächst im sowjetischen Tadschikistan auf, geht als Jugendliche nach Moskau, studiert Klavier und macht ihr Diplom. Danach wird die Situation immer schwieriger, Alexandra verlässt die

UDSSR. Seit der Jahrtausendwende lebt die Russin in Deutschland. Hier trifft sie ihren Mann, den Kölner Filmemacher Christoph Felder. Er dreht nun mit ihr und dem dreizehnjährigen Sohn einen Dokumentarfilm über den persönlichen Umgang mit Russland.

 

Der Film beschreibt, wie es sich mit den Widersprüchen des öffentlichen Russlandbildes leben lässt. "Die Deutschen denken, russische Kultur, das ist Puschkin, Tolstoi, die russische Seele, das Unverwüstliche und die Melancholie. Und russische Politik? Das ist Putin, die Verkörperung des

Unberechenbaren." sagt Alexandra. Sohn Nico, 13 Jahre, wachst mit unterschiedlichen Sichtweisen auf: Die eine wird von seinem Umfeld und den Medien geprägt und die andere von den Eltern. Nicht immer leicht, aber Alexandra weiss, er ist klug genug zu differenzieren. Einmal im Jahr fahren sie zu den Großeltern

nach Russland. Alexandras Großeltern sind in der Ukraine geboren und leben dort, bis sie 1936 nach Tadschikistan gehen. Der Großvater soll dort die Landwirtschaft aufbauen. Tadschikistan wird zur Heimat und Alexandra verbringt ihre Kindheit in der Hauptstadt Duschanbe. Mit ihrem GroBvater unternimmt sie Ausflüge in die naheliegenden Berge des atemberaubenden Pamir Gebirges, wo er

in der Einsamkeit eine Imkerei betreibt. Sie leben in der UDSSR, einem „Bruderstaat": „Wir hatten nicht das Gefühl, das wir hier nicht willkommen sind", sagt Alexandra. Es ist eine heile Welt.

 

In den neunziger Jahren zerfällt die Sowjetunion, nationale Strömungen bestimmen die Zeit. Eine Katastrophe, sagt sie, über Nacht wachten wir als Russen in einem fremden Land auf. Den Ausspruch des damaligen Präsidenten Boris Jelzin kann sie nicht vergessen: „Nehmt soviel Souveränität, wie ihr tragen könnt!" Tadschikische Islamisten töten hunderte Menschen. Russische Politiker ignorieren das. Es kommt zum Bürgerkrieg zwischen tadschikischen Clans, der 1990 beginnt und ungefähr sieben Jahre lang andauert. Ständig wechseln die Machtverhaltnisse. Dazwischen stehen Russen und alle anderen Nicht-Tadschiken. Zwischen 100.000 und 500.000 Menschen verlieren ihr Leben.

 

Viele verlassen die Republik. Alexandras Eltern riskieren ihr Leben, versteckten einige Tadschiken monatelang in ihrer Wohnung und bewahren sie vor dem Tod. 1993 kollabiert das ganze Finanzsystem: Gehälter und Renten werden nicht gezahlt, der öffentliche Verkehr eingestellt. Auch Alexandras Eltern erhalten zwei Jahre kein Geld Die Gewalt eskaliert.

Willkürliche Entführungen nahmen zu, junge Frauen für Kalaschnikoffs verkauft. Viele Russen fühlten sich im Stich gelassen, die russische Regierung tut nichts. Kein Plan, keine Unterstützung. Alexandra: Die Leute waren verloren." Menschen werden gefoltert und umgebracht. Die ganze Situation wird im russischen Fernsehen verschwiegen. Stattdessen zeigt man sekttrinkende Businessleute - kein Wort über die Situation in Tadschikistan."

 

2002 verlassen Alexandra's Eltern Tadschikistan und lassen die Heimat hinter sich, wo sie ihr

ganzes Leben verbracht haben. Es gibt keine Perspektive, keiner bleibt, sagt Alexandra: „Du kannst nicht zurückkommen. Sogar, wenn du dahin fährst, du findest es nicht mehr. Es ist etzt ein ganz anderes Land. Die Heimat gibt es nicht mehr. Kein Wort wird in der westlichen Welt darüber verloren, dass 25 Millionen Russen, die ausserhalb der russischen Föderation gelebt haben oder leben, allein gelassen wurden! Die Russen in baltischen Ländem, im asiatischen Raum - und auch in der Ukraine! Die hart gearbeitet, Industrie und Landwirtschaft aufgebaut haben. Sie alle wurden im Stich gelassen." Ein bitteres Gefühl, auch für Alexandras Mutter. Über zwei Jahre benötigte sie, um die russische Staatsbürgerschaft zu erhalten. Heute leben die Eltern in Rjasan, 200 km südlich von Moskau.

 

„Russland, Belarus und die Ukraine sind aus einem Volk entstanden. Wir waren 300 Jahre vereint. Russland ist aus Kiev entstanden. Ich bin auch eine halbe Ukrainerin. Meine Großeltern würden sich im Grab umdrehen wenn sie wüssten, wie sich die Ukraine versucht abzuspalten von ihrem Brudervolk. Es ist ein Verbrechen, wie versucht wird einen Keil zwischen die Volker zu treiben.

Aber ich bin überzeugt: Es kommt die Zeit und wir werden uns wieder vereinigen!"

Der Ukrainer Jakob Ostranitza kampft schon im 17. Jahrhundert für die Vereinigung mit Russland. Er ist ein direkter Vorfahre ihrer Grossmutter. Der berühmte Kosake opfert sein Leben dafür und wird exekutiert. Seine tragische Geschichte ist beschrieben von Nicolai Gogol, Rainer Maria Rilke und anderen bekannten Schriftstellern. Und was ist mit Wladimir Putin? Nach den verheerenden Ereignissen von 1917, dem 2. Weltkrieg mit 27 Millionen Toten und der demütigenden Jelzin Zeit, habe Putin dem Volk den Nationalstolz zurückgebracht, sagt Alexandra entschlossen.

Das Land ist wieder aufgestanden. In Richtung westliche Medien ist ihre Haltung eindeutig: Wir Russen sind auf Augenhöhe." „Ein so riesiges Land, mit so unterschiedlichen Ethnien ist schwer regierbar. Eine westliche Demokratie, so wie sie hier ist, wird in Russland nicht funktionieren." Davon ist Alexandra überzeugt. Sie nerven die ewigen Belehrungen westlicher Medien. Und die Krim? Sie ist von Chruschtschow 1954 der Ukraine völkerrechtswidrig geschenkt worden, das Volk wurde nicht gefragt. Jelzin hat sich nicht darum gekümmert. Nun wurde das Volk gefragt und die Krim ist dahin zurückgekehrt, wo sie hingehört. Schon als Kind habe ich dort

Urlaub gemacht..."

 

Wie es heute auf der Krim aussieht, zeigt der unabhängig produzierte Dokumentarfilm aus der Perspektive des dreizehnjährigen Sohnes, der dort auf Entdeckungsreise geht. Die Familie fährt mit dem Zug in den Süden des Landes, dann über die neue Brücke. Natürlich mit anderer Gefühlslage wie seine Eltern. Es ist der Blick des Jungen, die russisch-deutschen Besonderheiten im familiären Alltag, die hier für Witz und Spannung, aber auch für authentische Nahe sorgen. Dazu gehört die klavierspielen de Mutter mit ihren Schülem, die dem Sohn schon mal auf den Wecker gehen. Die Proben mit ihrer Schwester Elena für eine Mozart-Aufführung sind da schon entspannter. Aber kann das Konzert überhaupt stattfinden? Der Filmemacher: Nico's Vater ist im Westen Deutschlands mit der amerikanischen Kultur aufgewachsen. Sie gehört zu seinem Leben. Er glaubt zunächst die negativen Darstellungen in den Medien über die russischen Absichten. Putin ist ihm suspekt, aber auch der Westen, erst recht die amerikanische Politik. Er will sich nicht instrumentalisieren lassen. Zerreissen die politischen Diskussionen um Russland das Familienleben?

 

Die Auseinandersetzungen zwischen den Eltern erreichen ihren Höhepunkt. Nico sitzt zwischen den Stühlen. Es braucht eine Zeit, bis die Eltern verstehen, um was es eigentlich geht: Es ist das Bemühen um Menschlichkeit. Die Fahigkeit, es einmal mit anderen Augen zu sehen. Darauf kommt es wohl an. Das Konzert kann stattfinden, zwei Schwestern und zwei Flügel. Denn mit einem, so sagt es Alexandra, kann man nicht fliegen!